Ihr Lieben!

Heute habe ich mal einen Reiseerfahrungsbericht für euch. Ganz objektiv wird er aber nicht ausfallen, da das ein Ort ist, an dem ich bis zu meinem 20. Lebensjahr meine Sommerferien verbracht habe. Andererseits ist das hier ja ein Blog, also meine Meinung, also scheiß auf den Objektivismus 😀

Ich möchte euch unsere Anlage vorstellen, in der wir (also meine Eltern) ein wirklich sehr kleines Ferienhäuschen haben. Alle Häuschen sind in etwa so groß wie unsers, man braucht ja auch nicht mehr, um einfach nur entspannen zu können. Die Anlage befindet sich an einem See, dem sogenannten „Jezioro Wielkie Parteczyny“ und der ganze Erholungsort heißt auch einfach „Parteczyny“.

Willkommen!

 

 

Zur Orientierung habe ich euch mal die Karte eingefügt, damit ihr in etwa wisst, wo sich die Anlage befindet. Sie grenzt an der sehr bekannten Seen-Region „Mazuren“. Aber da wo ich war, gibt es schon sehr viele Seen die von Wäldern umgeben sind.

Parteczyny – auf Deutsch ausgesprochen wie „Partetschini“.

Was ist das überhaupt für eine Anlage?

Und zwar entstand diese wohl in den 70er Jahren (vielleicht auch früher, da bin ich mir aber nicht sicher). Damals herrschte in Polen der Sozialismus und Auslandsreisen waren eher tabu. Aus diesem Grund richtete man für die Bevölkerung viele verschiedene Ferienanlagen ein, damit sie dort ihre Freizeit – vor allem aber ihre Sommerferien mit den Familien verbringen können.

Es war wohl so, dass viele Firmen einfach einige kleine Häuschen aufgekauft haben und dort ihre Mitarbeiter in die Ferien geschickt haben. Nach der Wende wurden immer mehr von diesen Häuschen privatisiert, man konnte sie also kaufen. Dies taten, soweit ich mich erinnern kann,  Anfang der 90er Jahre meine Eltern. Ihr müsst wissen, dass diese Häuser damals meistens nur ein Flachdach hatten und es gab keine Wasserhähne und auch keine Toilette/Dusche drinnen. Alle paar Meter waren öffentliche Wasserhähne, dort konnte man sich in Eimern das Wasser zum Kochen, Waschen oder was auch immer holen. Dann gab es noch öffentliche Toiletten, oder besser gesagt, öffentliche Plumpsklos… JA wirklich! Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, wo ich entweder in mein Töpfchen gemacht habe oder einfach in den Wald gegangen bin, weil meine Eltern, und ich selbst auch, Angst hatten, dass ich in dieses Plumpsklo reinfallen 😀 . Das Klo bedeutete auch, dass es egal war, ob es geregnet hat, oder man einfach mal nachts musste, man musste sich anziehen, Taschenlampe und Klopapier schnappen und auf ging’s 😀 Gruselige Vorstellung!

Gott bin ich froh, dass ich da noch ein Kleinkind war und meine Eltern seit meinem Grundschulalter das Haus umbauen ließen. Es wurde ein zusätzliches Dachgeschoss gebaut und natürlich das obligatorische Bad mit Dusche und WC. In der Zwischenzeit renovierten meine Eltern noch mal das Häuschen, also ist es wirklich ganz gemütlich und schön bei uns 😉

Und hier ein paar kleine Eindrücke :)20160710-DSC00957

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Der Blick von unserem Häuschen – idyllisch, oder? :)

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Wojewodschaft Kujawien-Pommern Landkreis von Brodnica (zu deutsch: Strasburg in Westpreußen) Gemeinde Zbiczno (zu deutsch: Wilhelmsberg)

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Ein paar Freunde musste ich auch noch füttern 😉

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Den obligatorischen Sonnenuntergang haben wir auch fotografiert und die Stimmung genossen.

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So sieht die Passage unten entlang des Sees aus. Hier gibt es ein paar kleine Kiosks, Bistros und Bars und die Möglichkeit Boote, Kajaks und Tretboote zu mieten. 20160710-DSC00956

Ja und was kann man da so machen?

Vor allem entspannen! Egal ob das Wetter gut oder schlecht ist, zum Entspannen ist es wirklich gut. Bei schlechtem Wetter macht man es sich gemütlich mit einem schönen Buch und einem Tee, bei schönem Wetter kann man spazieren, an den Strand, paddeln, oder auch angeln gehen. Die nächste Kleinstadt (Nowe Miasto Lubawskie) ist ca. 12km entfernt. Dort kann man dann einkaufen gehen in Supermärkten (es gibt Tesco und Biedronka – Biedronka ist so etwas wie bei uns der Aldi) oder auf den Wochenmarkt. Oder man macht einfach ein paar kleine Erkundungstrips an die anliegenden Seen :)

Als wir jetzt letztens da waren, haben wir mal das Schlauchboot entjungfert, das meine Elternvor einiger Zeit gekauft haben. Wir haben eine sehr praktische kleine Elektropumpe gehabt, damit ging’s dann ganz schnell und wir konnten uns auf den Weg machen. Nur zur Info, das Schlauchboot wurde mal beim Aldi gekauft – sehr zu empfehlen, es hält einiges aus, sowohl vom Gewicht her, als auch von der Dicke des Materials.

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Unser kleines Highlight auf das wir uns sehr gefreut haben, war der Wochenmarkt, der immer dienstags und freitags in Nowe Miasto Lubawskie (zu deutsch: Neumark in Westpreußen) stattfindet. Dort kann man vor allem frisches Obst und Gemüse kaufen, aber auch Kleidung, Haushaltsgegenstände aber auch echte Hühner, Gänse oder andere eierlegende Vögel 😀

Wir haben uns aufs Obst und Gemüse begrenzt, vor allem weil wir Marmelade kochen wollten und einfach das Saison-Obst genießen wollten. Nur zur Info wie das dort preislich alles aussieht:

  • ein Schälchen Himbeeren (250g) kostet zwischen 6 und 8 Zloty, also etwa 1,50-1,70€.
  • Süßkirschen (MEINE LIEBSTEN!) für 5-7 Zloty das Kilo, also zwischen 1,15 und 1,60€ pro Kg.
  • frischer Knoblauch, pro Stück 1,50 Zloty, also 0.35€ – wir haben einen Bund fürs ganze Jahr für umgerechnet 6€ gekauft

usw. 😉

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Unsere fotogenen Errungenschaften :D

 

 

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Und nun kommen wir zu einem Erlebnis für mich… zum ersten mal in meinem Leben habe ich selbst Marmelade gekocht 😀 haha

Und wie ich das gemacht habe? Eigentlich mega einfach! Ich habe zwei Kilogramm Kirschen entkernt (wenn ihr beispielsweise Himbereen nehmen würdet, müsstet ihr nichts entkernen), dann die Kirschen in einen Topf geben und kurz aufkochen – ich persönlich habe sie schon so 15min aufgekocht, weil sie dann schön Wasser gelassen haben. Dann so etwas genommen, dass sich Gelfix nennt. Das gibt es von Dr. Oetker und das gibt man dann in den Topf, dadurch wird die Flüssigkeit später etwas dickflüssiger, wenn ihr sie aus dem Glas nehmt. Und dann kommt nur noch Zucker rein. Kommt immer drauf an, was ihr für ein Fix-Tütchen benutzt, da steht es dann hinten drauf. Bei mir war es 350g Zucker, soweit ich mich erinnern kann. Dann wird es fix (haha) aufgekocht und schon kann man es in die Gläser füllen. Einmal auf den Kopf stellen, abkühlen lassen – fertig.

Und ich sag euch… es ist ein Genuss!!!!! mmmmmmmmhhhhh! 😀

mmmmh...Kirschmarmelade

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Und das ist wieder in der Anlage, wenn man von unserem Hügel runterläuft. Das ist ein inoffizieller Strand, ein Stück weiter gibt es dann den Richtigen.

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Eins meiner Lieblingsfotos :)

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Na dann, bis zu meinem nächsten Reisebericht! :)

XoXo

Eure Moni